Euro-Youngstar-Randori 2010

Etwa 250 Sportler kämpften beim Euro-Youngstar 2010Vier Seelzer Sportler standen am Himmelfahrtswochende vor einer großen sportlichen Herausforderung. Steven Fener, Torben Hildebrand, Adrian Pietsch und Christopher Gebauer nahmen zum ersten Mal am Euro-Youngstar-Randori in Alfeld teil.
Dieses Event wird jährlich von Kumite-Bundetrainer Antonio Leuci ausgerichtet und ist für zahlreiche Landeskader, das Bundeskader und verschiedene Nationalteams ein fester Termin. In diesem Jahr waren unter anderem Nationalkämpfer aus Russland, Dänemark, Schweden, Österreich, Schweiz und natürlich Deutschland dabei.

Etwa 250 Sportler kämpften beim Euro-Youngstar 2010Vier Seelzer Sportler standen am Himmelfahrtswochende vor einer großen sportlichen Herausforderung. Steven Fener, Torben Hildebrand, Adrian Pietsch und Christopher Gebauer nahmen zum ersten Mal am Euro-Youngstar-Randori in Alfeld teil. Die Seelzer Gruppe wurde dabei verstärkt von Thorben Bergelt (Oldenburg) und Patrick Schönrich (Verden), beide ebenfalls Mitglieder das Landeskaders Niedersachsen.

Dieses Event wird jährlich von Kumite-Bundetrainer Antonio Leuci ausgerichtet und ist für zahlreiche Landeskader, das Bundeskader und verschiedene Nationalteams ein fester Termin. In diesem Jahr waren Nationalkämpfer aus Russland, Dänemark, Schweden, Österreich, Schweiz und natürlich Deutschland dabei.

Das besondere an dieser Veranstaltung, dass über vier Tage keine technischen Einheiten gibt, wie man es sonst von Lehrgängen kennt. Die jungen Sportler müssen „nur“ immer wieder kämpfen, sei es im Randori oder im Wettkampf. Eine sehr große Herausforderung für Physis und vor allem die Psyche der jungen Athleten.

Für die Jungs startete die Veranstaltung am Donnerstag Nachmittag. Nach dem Einchecken und einem vorgezogenen Abendessen ging es um 20 Uhr mit der ersten Runde Randori los. Über eine Stunde galt es, sich immer wieder gegen wechselnde Partner zu behaupten. Etwa 250 Sportler kämpften dabei auf 600 Quadratmetern Tatami. Der Intervall war relativ einfach: zwei Minuten Randori, zwei Minuten Pause, Partnerwechsel, zwei Minuten kämpfen usw. Wie sich später herausstellen sollte, war das noch eine relativ humane Frequenz. Dennoch kann man sich einfach ausrechnen, das jeder Sportler bereits nach dieser Stunde etwa 15 Kämpfe „in den Beinen“ hatte.

An dieser Stelle muss noch gesagt werden, dass die Intensität dieser Kämpfe nicht mit der von Randori-Begegnungen im Heimtraining zu vergleichen ist. Da alle Sportler diese Veranstaltung sehr ernst nehmen, entwickelte sich vielfach im Randori schon eine Intensität, wie sie normalerweise nur im Wettkampf erreicht wird.

Entsprechend geschafft waren die vier Seelzer Jungs nach der ersten Einheit und verzogen sich relativ schnell in ihre Schlafsäcke. Die Nächte sind dabei ein weiterer Teil der Herausforderung, da man sich vorstellen kann, dass man in einer Halle mit 250 Jugendlichen nicht wirklich zur Ruhe kommt.

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Intensive Kämpfe im Randori ...Der Freitag begann um acht Uhr morgens mit einer weiteren Einheit Randori in der bereits beschriebenen Form – allerdings vor dem Frühstück … Dieses war dann möglichst zügig in der Stunde zwischen neun und zehn Uhr einzunehmen, denn pünktlich um zehn Uhr startete das Shiai (Wettkampf) in den verschiedenen Gewichtsklassen der Gruppen U12, U14 und U16.

Das besondere an diesem Turnier ist, dass nicht, wie sonst üblich, ein Ko-System zur Anwendung kommt. Stattdessen muss jeder Kämpfer gegen alle Kämpfer in seinem Pool antreten. Dieses System führt zum Einen dazu, dass jeder Sportler ein vielfaches an Kämpfen absolvieren muss, als auf einer „normalen“ Meisterschaft, zum Anderen muss der Kämpfer völlig anders mit Niederlagen umgehen. In einem Turnier bedeutet eine Niederlagen häufig das Ausscheiden aus dem Wettkampf. Hier gilt es eine Niederlage möglichst schnell abzuhaken und mit klarem Kopf in den nächsten Kampf zu gehen.

Torben ging zum Beispiel in der Gruppe U16 in der Gewichtsklasse -63 kg an den Start. Insgesamt waren in dieser Gewichtsklasse 21 Sportler gemeldet und auf zwei Pools aufgeteilt. Torben hatte das „Glück“ zusammen mit 10 weiteren Kämpfern im größeren Pool zu sein, was für ihn zehn Kämpfe unter Wettkampfbedingungen innerhalb von ca. 90 Minuten bedeutete. Auf anderen Turnieren bestreitet man, wenn es gut läuft, zwischen drei und fünf Kämpfen. Man sammelt also in sehr kurzer Zeit auf sehr hohem Niveau die gleiche Kampferfahrung für die man sonst mehrere Meisterschaften benötigt. Eine sehr hohe Belastung für die Sportler.

.. und im WettkampfWährend sich Patrick (U16; -45 kg), Steven (U16; -57 kg), Adrian (U16; -63 kg), Thorben (U16; -63 kg) und Torben (U16; -63 kg) durch ihre Pools kämpften und dabei sehr gute Leistungen zeigten, durfte sich Christopher bis 13 Uhr erholen, da die Wettkämpfe der Gruppe U18 erst am nächsten Tag stattfanden. Um 13 Uhr stand für Christopher eine weitere Runde Randori an. Diesmal waren nur die Gruppen U18 und U21 auf der Matte und der Bundestrainer zog die Intensität noch ein Stück an, in dem einfach die zweiminütigen Erholungspausen zwischen den Kämpfen weggelassen wurde. Es hieß also: zwei Minuten kämpfen, Partnerwechsel, zwei Minuten kämpfen … Lediglich eine fünfminütige Pause gewährte Antonio Leuci den Athleten während dieser Stunde.

Die wenige Freizeit nutzten die vier meist, um sich zu regenerieren. Abends wurden die verbrannten Kalorien dann beim gemeinsamen chinesischen Abendessen wieder aufgefüllt, bevor sich die Jungs wieder früh in die Schlafsäcke zurückzogen.

Am Samstag war der Zeitplan derselbe wie am Freitag, allerdings mit vertauschten Rollen. Nach einer Stunde Randori musste Christopher seinen Wettkampf bestreiten, während der Rest der Jungs eine weitere Stunde Randori unter verschärften Bedingungen absolvierte.

Den freien Nachmittag verbrachten die Jungs im Alfelder Hallenbad, um die mittlerweile schon sehr mitgenommene Muskulatur zu entspannen und endlich mal wieder warm zu duschen, denn in der Sporthalle gab es nur kaltes Wasser.
Abends gab es beim 3-Länderkampf zwischen Deutschland, Dänemark und der Schweiz weitere hochklassige Kämpfe zu sehen. Diesmal konnten die Seelzer Sportler das Ganze aber entspannt von der Tribüne verfolgen.

Am Sonntag wurde es dann zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal richtig hart für die jungen Sportler, denn die letzte Randori-Runde war für fünf Uhr morgens angesetzt. Und auch in dieser letzten Einheit verlangte der Bundestrainer über 75 Minuten immer wieder vollen Einsatz von den verbliebenen und mittlerweile deutlich mitgenommenen Sportlern, bevor es anschließend Frühstück gab und die Koffer gepackt werden durften.

Alle sechs Sportler haben über die gesamte Zeit eine sehr gute kämpferische Leistung gezeigt und alles gegeben. Summiert man die einzelnen Begegnungen auf, hat jeder Kämpfer weit über 100!!! Kämpfe in vier Tagen absolviert – eine Leistung die man nicht  hoch genug einschätzen kann. Eine Veranstaltung mit einer solchen Belastung ist in Europa einmalig und alle die sich hier behaupten konnten, können mit Recht sehr stolz auf sich sein! Die hier gewonnene Erfahrung und Härte wird den Teilnehmern auf jeden Fall bei den kommenden Wettkämpfen helfen.

Als letztes sei noch erwähnt, dass auch die beiden Coaches Ulf bergelt und Andreas Christmann einen guten Job machten. Sie sorgten dafür, dass die Jungs immer motiviert ihren "Job" auf der Matte erledigten und kümmerten sich um die ein oder andere Blessur, die bei einer solchen Veranstaltung unvermeidlich ist.

Der Karate-Club Seelze e.V. ist Mitglied in folgenden Verbänden