Es war eine Mitgliederversammlung, an die sich viele lang erinnern werden. In Walldürn (Baden-Württemberg) stellten die Delegierten die Weichen für die Zukunft: Mit einem Generationswechsel an der Spitze und einer Rekordbeteiligung startet der Verband in ein neues Kapitel.
Dass dieser Tag ein besonderer werden würde, zeichnete sich schon bei der Begrüßung ab. Vertreter von 40 Vereinen waren angereist, um über 3.000 Stimmen zu vertreten – eine signifikant höhere Beteiligung als in den Vorjahren. Es ging um viel: die Neuordnung des Präsidiums nach einer Ära, die fast ein halbes Jahrhundert gewährt hatte.
Eine historische Wahl
Nach fast 50 Jahren im Amt trat Hartmut Sauer nicht mehr als Präsident an; auch Ulrich Heckhuis legte sein Amt als Erster Vizepräsident nach über drei Jahrzehnten nieder. Beide waren wichtige Kräfte während der Fusionsverhandlungen, die zur Gründung des Deutschen Karate Verbandes 1986 geführt haben und haben die vergangenen Jahrzehnte im Goju-Ryu Deutschlands geprägt.
Mit der Neuwahl vollzog die Versammlung einen Generationswechsel:
Judith Niemann (50) aus Münster wurde einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze des GKD. Sie ist erst die dritte Person in diesem Amt überhaupt – nach Großmeister Fritz Nöpel und Hartmut Sauer.
Auch die Nachfolge von Hanshi Ulrich Heckhuis wurde geregelt. Hier setzte sich Thomas Keese (53) aus Hannover gegen den (in Abwesenheit kandidierenden) Prof. Dr. Franz Diemand durch.
Der 40-jährige Tibor Balogh aus Untereisesheim wurde einstimmig als Referent für Öffentlichkeitsarbeit gewählt und nimmt die wichtige Aufgabe an, sich um die medial vermittelte Außenwirkung des Verbandes zu kümmern.
Die neu gewählte Präsidentin betonte die strategische Bedeutung dieser Aufstellung: „Ich freue mich sehr, dass wir Karateka aus drei unterschiedlichen Bundesländern und verschiedenen Goju-Ryu-Strömungen gewinnen konnten.“ Diese Vielfalt im Präsidium ist für sie ein zentrales Anliegen, um den Verband in seiner ganzen Breite abzubilden.
Ehre, wem Ehre gebührt
Bei aller Aufbruchsstimmung kam die Würdigung der Vergangenheit nicht zu kurz. In Anerkennung ihrer jahrzehntelangen, unermüdlichen Arbeit für das Goju-Ryu Karate in Deutschland verlieh die Mitgliederversammlung Hartmut Sauer und Uli Heckhuis die Ehrenmitgliedschaft. Ein emotionaler Moment, der den großen Respekt der Mitglieder vor der Lebensleistung der beiden Funktionäre zeigte.
Ziele für die Zukunft: Harmonie, Aufbruch und Bindung
In ihrer Antrittsrede skizzierte Judith Niemann ihre Wünsche für die kommenden Jahre. Drei Säulen stehen dabei im Fokus:
Nach unruhigen Zeiten soll das Verhältnis zum Deutschen Karate Verband wieder stabilisiert und positiv gestaltet werden. Zudem soll der GKD für seine Mitglieder wieder positiv erlebbar werden – der Karate-Bund ist mehr als nur Verwaltung! Schließlich soll der begonnene Generationswechsel konsequent weitergeführt werden, um den Verband langfristig sicher aufzustellen.
Zum Abschluss fand die neue Präsidentin dankende Worte für das Engagement der Basis: „Ein großer Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die teils große Fahrstrecken auf sich genommen haben, um von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen.“

Bild v.l.n.r.:
Hartmut Sauer (scheidender Präsident), Rebecca Niggl (Geschäftsführung), Michael Hoffmann (Vizepräsident Wettkampfsport), Christian Krämer (Wettkampfreferent), Judith Niemann (Präsidentin), Horst Nehm (Vizepräsident Internationale Beziehungen), Horst Espeloer (Schatzmeister), Dr. Martina Lohmann (Frauenreferentin), Tibor Balogh (Referent für Öffentlichkeitsarbeit) und Thomas Keese (Erster Vizepräsident)
Bericht von der GKD Homepage